Das Pärchen Björn und Julia lebte bislang in Hamburg ein ruhiges, aber leidenschaftliches Leben. Sie waren seit Jahren zusammen, und ihre Beziehung war von tiefer Vertrautheit geprägt, inklusive gelegentlicher Experimente im Bett, die sie beide erregten. Doch nichts hatte sie auf das vorbereitet, was sie in München erwartete.
Björn war 32 Jahre alt, groß gewachsen, mit breiten Schultern und einem ruhigen, fast nachdenklichen Wesen. Er hatte dunkelblonde, leicht wellige Haare, die er meist kurz trug, und helle graublaue Augen, die oft ein wenig verträumt wirkten. In Hamburg arbeitete er als Projektmanager in einer Werbeagentur, ein Job, der ihm Struktur gab, den er aber nicht leidenschaftlich liebte. Björn war der Typ Mann, der Konflikte mied, der gerne zuhörte, ein ruhiger höflicher Mensch und ein guter Zuhörer. Charmant, gut erzogen und der Traum aller Schwiegermütter. Ein Familienmensch, eine Person, die sich immer gerne mit Verwandten traf, der regelmäßig seine Eltern und Großeltern besuchte. Am meisten freute es ihn immer, wenn er dann auch seine Lieblingstante Monika traf. Die beiden hatten immer einen Narren aneinander gefunden.
Julia, 29, war das genaue Gegenteil von Björn: lebhaft, neugierig, mit einem Lachen, das einen Raum erhellte. Sie war mittelgroß, hatte eine weibliche, kurvige Figur mit runden Hüften und voller Brust, langes blondes Haar, das sie meist offen trug, und ein Gesicht mit weichen, runden Wangen, großen grünen Augen und einem frechen Sommersprossenmuster über der Nase. Julia arbeitete als Grafikdesignerin, war kreativ, spontan. Sie neckte Björn gerne, war sehr spontan und überraschte ihn häufiger mal mit verrückten Einfällen und Aktionen.
Auch wenn Julia manchmal mit der Idee um die Ecke kam, musste Björn immer die Entscheidungen treffen und die Organisation übernehmen. „Lass uns essen gegen! Such Du das Restaurant aus“, sagte sie, und Björn buchte einen Tisch. „Lass uns ins Kino gegen, Du findest schon was!“ Und schon musste Björn das Programm durchleuchten und eine Auswahl treffen.“ Zum Glück kannten die beiden sich schon lange, so das es meistens die richtige Wahl war. Nur im Möbelhaus war es mal schwierig gewesen, wo er eine Couch ins Auge gefasst hatte, und Julia ihm den Vogel. Letztlich hatte sie das Möbelstück bestimmt.
Und dann war da seine Tante Monika. Selbstverständlich hatte Julia seine Tante kennengelernt. Schließlich gehörte sie zur Familie und tauchte immer mal auf. Julia mochte diese streng und gleichzeitig liebenswerte Frau, die sie, bzw. Björn immer mit teuren Geschenken bedachte.
Der plötzliche Tod der Tante hatte Björn tief getroffen. Er trauerte eine Weile. Monika war Ende 50 gewesen, als sie starb, doch sie hatte ausgesehen wie eine Frau, die die Zeit vergessen hatte. Groß, schlank, mit einer fast aristokratischen Haltung. Ihre langen, glänzend schwarzen Haare trug sie meist streng zurückgebunden oder in einem eleganten Chignon. Ihr Gesicht war markant: hohe Wangenknochen, blasse Haut, dunkle, durchdringende Augen und ein Mund, der selten lächelte, aber wenn, dann mit einer Mischung aus Wärme und Autorität. Sie erinnerte tatsächlich an eine ältere, noch elegante Version von Morticia Addams in der Filmen der 90er: mysteriös, faszinierend, ein bisschen unnahbar. Monika kleidete sich fast immer in Schwarz: enge Lederhosen, Seidenblusen, hohe Stiefel, oder lange, fließende Kleider, die ihre Figur betonten. Sie strahlte eine natürliche Dominanz aus, die Björn schon als Kind gespürt hatte. nicht streng, sondern einfach... souverän. Sie entschied, wohin es ging, was gegessen wurde, wann gelacht wurde. Und alle folgten ihr gern. Selbst Björns Mutter hatte sich bei allem immer ihrer Schwester Monika untergeordnet.
Monika hatte Björn und seine jüngere Schwester immer verwöhnt. Sie kam unangekündigt zu Besuch, brachte Geschenke, die genau passten, und nahm sie mit auf Ausflüge: Hansapark, Heidepark, Hagenbeck Tierpark.
Später, als Teenager, hatte Björn auch ihre Reiseberichte geliebt, die Postkarten und Fotos aus Dubai, Monaco, Barbados, St. Lucia, Singapur, Melbourne, Fidschi. Sie erzählte von Luxushotels, Privatjets, exklusiven Dinnern, immer mit dieser ruhigen, selbstbewussten Stimme. „Das Leben ist zu kurz für Mittelmaß, mein Lieber“, hatte sie einmal zu ihm gesagt und ihm dabei tief in die Augen geschaut.
Niemand wusste genau, was sie beruflich machte. „PR-Beratung und Consulting“, sagte sie stets. Sie hatte nie einen Partner gehabt, zumindest keinen, den die Familie kannte oder den sie mal mitgebracht hätte. Ihre riesige Penthouse-Wohnung in der Münchner Innenstadt war fast wie ein Mythos: modern, edel, mit hohen Decken, großen abstrakten Gemälden, viel Weiß, Gold und Silber. Doch Björn hatte niemals mehr als den Flur, die große Wohnküche und das Gästebad gesehen. Seine Mutter hatte immer früher immer gemurmelt: „Die Wohnung ist nichts für kleine Kinder, zu viel teures Zeug.“ Und später, als Erwachsener, hatte Monika sie immer sofort ausgeführt: edle Restaurants, Bars, einmal sogar das Münchner Nachtleben. Die Wohnung war stehts nur der Ort des Treffens, aber nie der des geselligen Beisammenseins. Julia und Björn nahmen an, dass Monika nicht kochen konnte, und sie deshalb nie ausführte. Bei keinem Familientreffen, solange sie sich erinnern konnten, hatte Tante Monika je in der Küche geholfen.
Björn erinnerte sich genau an den letzten Besuch. Sie kamen vom Skiurlaub aus Norditalien, müde, in Alltagskleidung, für eine Zwischenstopp in München auf dem Weg in den Norden. Monika hatte sie wie üblich in der Wohnung empfangen, in einem schwarzen Seidenkleid, das ihre Figur umschmeichelte, die Haare hochgesteckt, ein Glas Champagner in der Hand. Bevor sie loszogen, hatte sie Julia plötzlich zur Seite genommen. „Warte, mein Schatz, ich habe etwas für dich.“ Sie war verschwunden und mit einem kompletten Outfit zurückgekommen: ein figurbetontes schwarzes Cocktailkleid, ein passender Bolero, hohe Pumps und eine kleine Clutch, alles in Julias Größe, alles perfekt. Julia zog sich im Gästebad um, und als sie herauskam, hatte Björn nur gestaunt. Monika lächelte: „Julia, du hast die gleiche Figur wie ich früher. Es steht dir besser.“
Dann waren sie Drei losgezogen, in einer gecharterten schwarzen Luxuslimousine. Der Fahrer, Mikael, ein bulliger slavisch wirkender Typ mit Bodybuilder-Figur, kurzgeschorenen Haaren und einem Akzent, der wie Wodka klang, hatte Monika mit einem kaum merklichen Nicken begrüßt. Die beiden waren vertraut miteinander, fast wie alte Komplizen. Er fuhr sie von Club zu Club, wartete geduldig, bis sie frühmorgens zurückkamen. Als Monika ihn morgens am Eingang entließ, sagte sie leise: „Grüß Tatjana und die Kinder von mir.“ Björn hatte sich darüber nur gewundert.
Auch dieses Mal hatten sie nicht in der Wohnung der Tante übernachtet, sondern wie immer nur in einem Hotel in der gleichen Straße, in dessen Tiefgarage auch ihr Auto parkte. Nachdem sie sich an der Haustür von Tante Monika verabschiedet hatte, sind zum Hotel schräg gegenüber gelaufen. Julia hatte ordentlich einen Sitzen, schwankte und leichte leicht und amüsierte sich über alles. Am kommenden Morgen waren sie dann nach Hause gefahren.
Und nun war Monika tot. Hubschrauberabsturz. Plötzlich. Unfassbar!
Die Wohnung gehörte jetzt ihnen. Der Brief vom Notar war eindeutig. Auch wenn sie noch einige amtliche schriftliche Dinge machen mussten, Tante Monika hatte Björn als Alleinerben für die Wohnung und Inventar eingesetzt.
Freitagabend kamen Björn und Julia in München an. Der Hausmeister, ein älterer Herr mit grauem Schnauzbart, erwartete sie bereits im Eingangsflur des Hauses. Er erkannte Björn wieder, reichte die Schlüssel, schrieb den Code für die Tiefgarage auf einen Zettel. „Es sind sieben Zimmer“, sagte er mit einem seltsamen Unterton, „sieben.“ Dann verabschiedete er sich mit einem knappen Beileid.
Julia fuhr den BMW in die Garage, Björn wartete an der Wohnungstür. Gemeinsam betraten sie die Penthouse Wohnung. Alles war makellos sauber, als hätte jemand vor Kurzem geputzt. Der Flur lang und breit, mit dem großen Spiegel am Ende, weiß leuchtender LED-Rahmen, goldener Akzent. Die Wohnküche riesig: offene Designerküche, langer Esstisch für zwölf Personen, Wohnbereich mit Ledersofas, bodentiefen Fenstern und Balkon mit Blick über die Stadt. Das Gästebad edel und funktional. Auch der Kühlschrank war geräumig, aber nur mit wenigen Lebensmitteln darin. Julia entsorgte einen alten Joghurt und eine Eisbergsalat, der auch schon mal bessere Zeiten gesehen hatte. Die anderen Joghurts hatten noch nicht das Ablaufdatum erreicht. Nur Brot oder Brötchen und ein wenig Aufschnitt sollten sie morgen früh besorgen, dachte sie. Julia grinste beim Anblick des zweiten Kühlschrankes, einem Weinkühler mit Glaswand. „Nachher gönnen wir uns noch einen Weißwein“, sagte sie zu Björn.
Die Erkundung ging weiter. Das Schlafzimmer: kleiner als erwartet, fast bescheiden. Ein schmales Doppelbett, nur 1,40 Meter breit, cremefarbene Satinbettwäsche mit einer einzigen großen Bettdecke aber 4 Kissen. Zwei Nachtschränke, eine Kommode, ein schlichter Kleiderschrank. Julia lachte leise: „Da müssen wir heute wohl eng kuscheln.“
Das große Badezimmer war ein Traum: freistehende Badewanne, riesige Regendusche, doppeltes Waschbecken, Bidet, ein ganzer Wandschrank voller flauschiger Handtücher, und ein gigantischer Spiegel, der die gesamte Wand einnahm.
Björn runzelte die Stirn. „Julia? Hat der Hausmeister nicht sieben Zimmer gesagt?“
Sie nickte. „Vielleicht zählt er Wohnbereich, Essbereich und Küche getrennt.“
„Nein“, sagte Björn, „das ergibt keinen Sinn.“
Er rief aus der Küche den Hausmeister noch einmal an. Herr Dietrich antwortete ruhig: „Die Dachgeschosswohnung ist die größte im Haus, fast 250 Quadratmeter, plus Dachterasse. Wenn Sie Zimmer vermissen... schauen Sie im Flur nach. Der große Spiegel am Ende ist auch eine Tür. Ohne Griffe.“
Julia hatte mitgehört. Ohne ein Wort ging sie zum Spiegel, drückte links gegen den goldenen Rahmen. Langsam, fast lautlos, schwang die Spiegeltür nach innen auf. Ein schwacher Duft nach Leder und einem teuren Parfum wehte ihnen entgegen. „ich hab’s!“, rief sie, und drückte auf die beiden Lichtschalter und es wurde hell hinter der Spiegeltür.
Björn bedankte sich beim Hausmeister, sie hätten es gefunden und legte auf, legte den Hörer in die Ladestation zurück und ging zum Flur. Julia stand wie erstarrt im Türrahmen. „Björn...“, flüsterte sie, „komm her.“
Er trat neben sie und blickte in den Raum dahinter.
Sein Herz setzte einen Schlag aus.
Vor ihnen öffnete sich ein riesiges zweites Schlafzimmer, dunkel, luxuriös, dominant. In der Mitte thronte ein gigantisches Himmelbett mit Seilen, Ketten und massiven Metallringen an den Pfosten. An den Wänden hingen Peitschen, Gerte, Seile, Fesseln, ein Thron, ein großes Hölzernes Kreuz in Form eines X an der Wand, ein Käfig, Regale mit Toys, und anderen Utensilien, die keinen Zweifel ließen.
Rot dimmbares Licht. Schalldämmender Boden. Alles makellos. „War das Gummibettwäsche?“ Julia drehte sich langsam zu Björn um, ihre grünen Augen weit aufgerissen. „Jetzt wird mir einiges klar“, sagte sie leise, fast ehrfürchtig. „Deine Tante Monika... das hier war ihr wahres Reich.“
„Stille Wasser sind tief“, dachte Björn. Monika hatte immer so getan, als wäre ihr Leben ein einziger glamouröser Jetset-Traum, PR für reiche Bonzen, exklusive Events, Luxusreisen. Er hatte sich oft gefragt, wie eine einzelne Frau so viel Geld verdienen konnte, ohne je einen Partner zu haben. Und sie wollte auch nie genau den Firmennamen nennen. Jetzt war alles klar. „Consulting“, murmelte er mit einem schiefen Schmunzeln. Eine nette Umschreibung für das, was hier vor ihnen lag. Tante Monika war keine gewöhnliche Beraterin gewesen. Sie war eine Professionelle. Eine Domina der Extraklasse!
„Lady Morticia“, wie ein riesiges, gerahmtes Fotoplakat an der Wand verriet: Monika in voller Montur, jünger, vielleicht vor 20 Jahren, schwarzer Latex-Catsuit, hohe Stiefel, Peitsche in der Hand, der Blick kalt und durchdringend. Darunter in eleganter Schrift: Lady Morticia – Mistress of Desire. Das hatte er nicht gewußt. Ob seine Mutter Carola es wusste? Wenn ja, dann hatte sie das Geheimnis ihrer Schwester stehts gut verborgen.
Julia hatte keine Sekunde gezögert. Mit einem neugierigen, fast ehrfürchtigen Lächeln war sie in den Raum getreten. Ihre rechte Hand glitt langsam über die an der Wand hängenden Peitschen und Gerte, ließ die silbernen Ketten leise klirren, während sie mit der linken Björn am Arm durch das Zimmer zog. Julia grinste breit. Sie drehten eine langsame Runde, betrachtete, ja bewunderte alles eingehend: das gigantische Himmelbett mit den schweren Samtvorhängen, das Andreaskreuz aus poliertem Ebenholz, der stählerne Käfig in der Ecke, der Bondage-Tisch mit den Lederriemen, die Regale voller Toys, Plugs, Vibratoren, Masken, Nippelklemmen, alles akkurat sortiert und makellos sauber. Der glänzende dunkle hölzerne Parkettfussboden glänzte im Licht der Deckenspot, pikobello sauber. Das waren alles Dinge, die sie aus ihren Büchern kannte, aber noch nie in einem einzigen Raum so gesehen hatte: real, existent: ja, zum Anfassen.
Als die Runde beendet war, blieb Julia stehen, zog Björn ganz nah an sich heran und küsste ihn innig, tief, fordernd. Ihre Zunge drang in seinen Mund, als wollte sie schon jetzt Besitz ergreifen. Björn spürte, wie sein Puls schneller wurde, wie die Erregung in ihm aufstieg, eine Mischung aus Schock, Neugier und purer Lust. Julia oder besser: die Frau, die sich gerade in ein lüsternes Weib verwandelte, hatte ihre Finger tief in seine Unterhose geschoben und seinen steifer werdenden Penis fest in der Hand, während ihre Zunge fordernd in seinem Mund rotierte. Dann hatte sie Björn bereits die Hose und das Hemd ausgezogen.
Nun machte sie ernst. Sie ließ ihn los, ging einen Schritt zurück. Mit einem strengen Blick und ungewohntem Unterton in der Stimme, befahl sie ihm, auch den Rest abzulegen. Boxer, Socken, Uhr. Alles landete ordentlich gefaltet auf einem Stuhl. Björn stand splitterfasernackt vor ihr, sein Schwanz bereits steif und aufgerichtet, pulsierend vor Erregung und Vorfreude. Ihre Küsse, ihre fordernde Hand und die ganze Atmosphäre dieses Raumes hatte ihn enorm erregt.
„An die Wand“, sagte sie mit tiefer, ruhiger Stimme, die keinen Widerspruch zuließ.
An einer der dunklen Wände des Studios war eine spezielle Vorrichtung montiert: ein stabiler Rahmen aus mattschwarzem Holz und Metall, wie ein aufrechtes Andreaskreuz direkt an der Wand befestigt. Julia führte Björn dorthin, drehte ihn mit dem Rücken zur Wand und begann, ihn systematisch zu fixieren.
Zuerst ein breiter Brustgurt aus dickem Leder, der über seine Brust gezogen und hinter der Wand verschraubt wurde, sodass er sich keinen Zentimeter vor oder zurück bewegen konnte.
Dann die Beine: Sie fixierte die Beine mit breiten, gepolsterte Lederfesseln um die Knöchel, die sie mit Karabinern an Ringe am Kreuz befestigte, seine Beine leicht gespreizt, unbeweglich. Dann Zuletzt die Arme: sie streckte sie seitlich aus, fast in Kreuzform, und fixierte die Handgelenke mit weiteren Manschetten an seitlichen Haltern. Björn stand oder hing nun völlig hilflos da, nackt, exponiert, jeder Muskel angespannt, sein harter Penis stolz nach vorn ragend.
Julia trat einen Schritt zurück, betrachtete ihr Werk. Sie öffnete die linke Rastung am Kreuz, und konnte es dann um die Scharniere rechts herumschwingen, geradezu so, als wenn Björn gegen eine Tür genagelt wäre. Nachdem Sie das probiert hatte, ließ das Kreuz aber wieder in der Wand einrasten.
Ein zufriedenes, fast grausames Lächeln spielte um ihre Lippen. Sie nahm eine lange, schmale Reitgerte aus Schlangenleder vom Regal, flexibel, mit einer Schlaufe am Griff. Langsam, ganz langsam hängte sie diese Schlaufe über seinen aufragenden Penis, wie über einen Kleiderhaken, und zog die kleine Lederschlaufe hoch, durch die die große gezogen war. Die Gerte baumelte nun leicht hin und her, ein ständiges, quälendes Necken.
„Du rührst dich nicht“, sagte sie. „Du wartest. Devot. Geduldig. Wie ein guter Sklave.“ Dann drehte sie sich um und verschwand wieder im begehbaren Wandschrank. Die Tür ließ sie einen Spalt offen, gerade genug, dass Björn ihre Silhouette sehen und jedes Rascheln hören konnte. Die Zeit wurde zur Folter.
Drinnen probierte Julia ein Outfit nach dem anderen, als wäre sie in einem privaten Modehaus der dunklen Begierden.
Zuerst ein rockiges Lederoutfit: enge schwarze Lederhose, Nieten, ein bauchfreies Top mit Reißverschlüssen, schwere Bikerstiefel. Sie drehte sich vor dem Spiegel, fand es heiß, aber noch nicht dominant genug.
Dann etwas Verspielteres: ein klassisches Playboy-Bunny-Kostüm in kurz und schwarz, enger Body mit Hasenohren, Schwänzchen, Netzstrümpfe, hohe Pumps. Sie lachte leise, süß, aber nicht das, was sie heute wollte.
Danach ein barockes Kleid einer sexy Hexe: langes, tiefschwarzes Samtkleid mit weitem Ausschnitt, Korsett-Schnürung vorne, Spitzenärmel, dazu ein spitzer Hut. Mystisch, verführerisch, fast wie Monika selbst.
Es folgte ein klassisches Krankenschwester-Outfit: kurzes weiß-rotes Latexkleid, Stethoskop, rote High Heels. Sie posierte streng: „Schwester Julia nimmt jetzt Ihre Temperatur... rektal.“
Dann ein puristisches Korsett mit Mieder: tiefschwarz, extrem eng geschnürt, dazu ein winziger String und Strapse. Ihre Taille wurde zur Sanduhr, ihre Brüste hochgedrückt.
Ein Outfit nur aus breiten Lederriemen kam als Nächstes: kunstvoll gekreuzt über Brust und Hüften, kaum etwas verhüllend, eher betont. Sie fühlte sich wie eine Kriegerin der Lust.
Von nebenan drang inzwischen leises Betteln.
„Julia... bitte... komm zurück... ich halte das nicht aus...“
Seine Stimme war heiser, zitternd. Die Gerte schaukelte bei jedem Atemzug, reizte ihn unaufhörlich.
Sie ignorierte es. Ein Domina lässt ihren Sklaven warten.
Weiter: ein hauchdünner Netzbody, durchsichtig, der jede Kurve betonte, dazu Plateaustiefel.
Dann ein elegantes Dessous-Set in tiefem Dunkelrot: Seiden-BH, Hüfthalter, Nahtstrümpfe mit kubanischer Ferse, dazu ein offenes Morgenmäntelchen aus Chiffon. Sinnlich, verführerisch, fast zu zahm.
Ein Business-Look folgte: weite, schwarze Bundfaltenhose aus glänzendem Stoff, hoch geschnitten, dazu eine offene schwarze Seidenbluse, die kaum etwas verbarg, und mörderisch hohe Pumps. Die strenge Chefin, mächtig, unnahbar.
Björn bettelte nun lauter: „Julia! Herrin... bitte... ich flehe dich an... ich brauche dich...“
Julia lächelte nur. Sie wusste, dass jede Minute des Wartens seine Unterwerfung tiefer machte.
Schließlich kam sie bei den Latexklamotten an, dem Kern von Monikas Garderobe.
Catsuits in Schwarz, Rot, Transparent. Kleider aus glänzendem Latex. Bodies mit und ohne Ausschnitt. Korsetts, die wie eine zweite Haut saßen.
Sie wählte den schwarzen Latex-Body: hochglänzend, mit integriertem Korsett, tiefem Dekolleté und völlig offen im Schritt. Das Anziehen war ein Kampf, Talkum, Geduld, Zentimeter für Zentimeter. Als der Reißverschluss endlich schloss, knirschte das Material leise, schmiegte sich perfekt an jede Kurve. Dazu lange Latexhandschuhe bis zum Oberarm und die extrem hohen Overknee-Stiefel mit 14-Zentimeter-Absätzen.
Julia stand noch einen Moment reglos vor dem großen Spiegel im Wandschrank, den Atem flach, während das Latex sich bei jeder Bewegung leise knirschend an ihre Haut schmiegte. Der schwarze Body saß perfekt, glänzend wie flüssiges Öl, betonte jede Kurve, drückte ihre Brüste hoch und ließ zwischen ihren Beinen nichts der Fantasie über. Auch zwischen den Beinen saß der Anzug eng, machte die Konturen deutlich und ihr Venushügel und die Schamlippen bildeten zwei Wulste. Vom Bauchnabel nach unten und dann den Rücken wieder hinauf lief ein schwarzer Reisverschluss, der sich von zwei Seiten öffnen ließ. Sie nahm sich vor, auch die letzten Schamhaare , den Landing Stripe zu entfernen, da es sonst eventuell mit dem Reißverschluss schmerzhaft werden könnte. Die hohen Stiefel machten sie größer, mächtiger. Die hohen Hacken ließen sie nicht nur größer wirken, auch die Körperhaltung veränderte sich.
Doch etwas fehlte noch. Ihr Blick wanderte zu den hohen Regalen an der Seite des Schranks. Dort standen sie, ordentlich auf Styroporköpfen aufgereiht: die Perückensammlung von Tante Monika. Ein Dutzend oder mehr, kurze Bobfrisuren, rote Locken, platinblonde Wellen, aber Julia wusste sofort, welche sie wollte. Sie griff nach der längsten: ein Wasserfall aus glänzend schwarzem Haar, seidig, schwer, das bis weit über den Po reichte, fast bis zum Arsch, wie Monika es immer getragen hatte. Die Perücke war von höchster Qualität, echtes Haar, handgeknüpft, mit einem natürlichen Scheitel.
Julia setzte sie vorsichtig auf. Vor dem kleinen Schminkspiegel am Ende des Schranks steckte sie ihre eigenen blonden Strähnen sorgfältig darunter fest, zog die Perücke zurecht, bis keine einzige blonde Haarspitze mehr zu sehen war. Das schwarze Haar fiel in schweren Wellen über ihre Schultern, rahmte ihr Gesicht ein, machte es schmaler, strenger, geheimnisvoller.
Dann kam die letzte Vollendung. Sie setzte sich vor den beleuchteten Schminkspiegel, öffnete eine der vielen Schubladen und fand genau das, was sie suchte: einen schwarzen Lippenstift von einer Luxusmarke, fast pechschwarz mit einem leichten metallischen Schimmer. Julia trug ihn präzise auf, erst den Konturrand, dann füllend, bis ihre vollen Lippen wie lackiertes Obsidian glänzten. Ein Hauch von dunkelgrauem Lidschatten, ein dünner schwarzer Eyeliner, der ihre grünen Augen noch intensiver wirken ließ. Kein Rouge. Kein Glanz. Nur Kälte und Perfektion.
Sie lehnte sich zurück und betrachtete sich im Spiegel.
Die blonde Julia war endgültig verschwunden.
Vor ihr stand eine perfekte, kalte, atemberaubende Domina: Lady Morticia die Zweite.
Das lange schwarze Haar floss wie ein Umhang aus Nacht über den glänzenden Latexkörper. Die schwarzen Lippen waren ein scharfer Kontrast zur blassen Haut. Der Blick aus den grünen Augen, jetzt fast schwarz geschminkt, war durchdringend, unbarmherzig, als könnte er allein einen Mann in die Knie zwingen. Julia spürte eine Welle der Macht durch ihren Körper strömen. Sie war nicht mehr die fröhliche, sommersprossige Grafikdesignerin aus Hamburg. Sie war die Erbin. Die Nachfolgerin. Die neue Herrin dieses Reichs. Mit der Reitgerte in der rechten Latexhand und einem letzten kühlen Lächeln für ihr Spiegelbild drehte sie sich um, richtete die Perücke ein letztes Mal und verließ den Schrank.
Das Klacken ihrer Absätze auf dem Parkett hallte durch das Studio wie ein Urteil.
Björn, immer noch nackt und hilflos an der Wand fixiert, hörte sie kommen. Die Gerte baumelte noch immer an seinem tropfenden, schmerzhaft harten Penis. Er hob den Kopf, und erstarrte.

Kommentare
Um einen Kommentar zu schreiben, musst du dich einloggen.
Schon eine geile Geschichte, aber am Thema der Seite etwas vorbei.
Hi Muschelsucher?
Deinen Kommentar verstehe ich nicht. Es ist doch eine deutliche BDSM Geschichte.
Auf der homepage steht: Die Themen von Schambereich
Die Webseite Schambereich beschäftigt sich mit der Erotik in Situationen einseitiger weiblicher Nacktheit (CMNF steht für "Clothed Male, Naked oder Nude Female" und bedeutet aus dem Englischen übersetzt "bekleideter Mann, nackte Frau"). Im Gegensatz zu exhibitionistischen -,voyeuristischen -, oder BDSM Seiten wird hier versucht, die Erotik, die in den einzelnen Situationen zu finden ist, unvoreingenommen und jedesmal aufs Neue zu ergründen.
Na, das ist doch ganz einfach: dass BDSM hier eigentlich nicht so gern gesehen ist!
Dafür gibt es andere Seiten im Netz.
BDSM ist ein Fetisch und nicht jeder kann und will damit was anfangen!
Ja, das BDSM nichts für jeden ist, kann ich verstehen. Aber es gibt hier eine eigene Rubrik BDSM, und unter dieser ist es gespeichert.
Ich empfehle dann dem geneigtem Leser eine andere Rubrik an Geschichten zu lesen .